21. April 2025

Vom nicht gewinnen und trotzdem gewinnen

Wie fühlt es sich an, als nominierter Autor einen Literaturpreis nicht zu gewinnen?

Ich bin, wie ihr wisst, Autor des Thrillers EISRAUSCH, der in der Kategorie Debütroman mit vier anderen für den GLAUSER-Preis 2025 nominiert war. Die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für deutschsprachige Kriminalliteratur.
Die Preise sind am 12. April im Rahmen einer großen Gala im Schwetzinger Schloss vergeben worden. Organisiert vom SYNDIKAT, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, in dem wir Kriminalautor:innen organisiert sind. Der GLAUSER-Preis wird also von Jurys aus Kolleginnen und Kollegen verliehen, die selbst Krimis und Thriller schreiben!
Wie fühlt es sich nun an, nominiert zu sein, durchaus mit einigen Chancen, den Preis aber nicht zu gewinnen? Jemand anderem den Vortritt lassen zu müssen? Ist da Enttäuschung? Unverständnis? Oder gar Neid?

Ganz ehrlich? Nichts davon! Ich habe lange überlegt, warum das so ist. Warum ich mich stattdessen einfach darüber freue, als einer von fünfen nominiert gewesen zu sein. Und ich glaube, die Antwort ist ganz einfach; nur ein Wort:

Solidarität!

Jeder und jede der mehr als 800 Autor:innen im SYNDIKAT brennt fürs Schreiben. Und jeder Einzelne davon ist gut in dem, was er tut. Verdammt gut.
Deshalb ist mir die Wertschätzung, die ich unter Kolleginnen und Kollegen erfahre – auch und gerade nach der CRIMINALE – mehr wert als jeder Preis! Sogar mehr als der GLAUSER in der Kategorie Debütroman!

Aber okay. Ich heiße natürlich nicht Caroline Wahl oder Clemens Meyer